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Nr. 7072824
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Strategiepapier 2

Leistungsfähigkeit der Infrastruktur verbessern

I. Leistungsfähigkeit der Infrastruktur verbessern

Erreichbarkeit und Mobilität sind zentrale Standortfaktoren. Ob Industrie, produzierendes Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe oder Tourismusbranche - eine leistungsfähige Infrastruktur ist für alle Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Planbare Transporte, funktionierende Lieferketten und Mitarbeiter, die schnell und sicher von A nach B kommen, sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg.
Gleichzeitig gilt: Straßen, Schienen und Wasserwege sind in NRW in einem besonders kritischen Zustand. Auch im Vergleich mit anderen Flächenbundesländern schneidet Nordrhein-Westfalen schlecht ab. Der Aufholbedarf ist in unserem Bundesland besonders groß.
Rund 2.500 Brücken des Bundes und des Landes weisen einen Traglastindex von IV oder V auf. Sie müssen in den kommenden Jahren erneuert werden.[IHK NRW (Hg.): Brückenzustand in NRW. Handlungsempfehlungen für Verkehrspolitik und Baulastträger, 2025.] Das sind mehr Brücken als in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Hinzu kommt: NRW ist schon ohne diese zusätzlichen Baustellen Stauland Nr. 1. In keinem anderen Bundesland verlieren Menschen und Unternehmen mehr Zeit im Stau als bei uns. Der ADAC zählte letztes Jahr rund 170.000 unproduktive Stunden.[ADAC (Hg.): Staubilanz 2025 (https://www.adac.de/news/staubilanz-2025/).]
Auch bei der Bahn sieht es nicht besser aus. Im Netzzustandsbericht der DB InfraGo belegt NRW den letzten Platz.[DB InfraGO (Hg.): InfraGO-Zustandbericht Netz und Personenbahnhöfe 2025.] Die Noten für die Qualität des Fahrweges sind hier besonders schlecht. Über 300 Bahnbrücken müssen dringend erneuert werden.[DB InfraGO: Brückenkarte ( https://bruecken.deutschebahn.com/br%C3%BCckenkarte)] Gleichzeitig ist ein großer Teil des NRW-Netzes chronisch überlastet. Knotenpunkte wie Köln haben seit Jahren ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Die Folgen zeigen sich in den Verspätungen der Züge und Ausfällen.
Nachholbedarf gibt es auch bei den Wasserstraßen. Diese haben für NRW eine besondere Bedeutung. In den nordrhein-westfälischen Häfen werden jährlich rund 100 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, was fast 60 Prozent des deutschen Binnenhafenumschlags entspricht.[Destatis: Binnenschifffahrt 2023.] Unsere Industrie ist auf eine leistungsfähige Binnenschifffahrt und funktionierende Häfen angewiesen. Da Straßen und Schienen überlastet sind, können und sollten die auf dem Wasser transportierten Güter nicht verlagert werden. Deshalb liegt es im besonderen Interesse des Landes, dass deutlich mehr für den Erhalt der Wasserstraßen getan wird.
Wie kann die kommende Landesregierung dafür sorgen, dass NRW beim Zustand und der Leistungsfähigkeit seiner Infrastruktur zu den anderen Bundesländern mindestens aufschließen kann und nicht weiter zurückfällt?
Die Herausforderungen betreffen dabei nicht nur die Straßen, Schienen und Wasserwege. Ähnlich groß sind die Herausforderungen beim Ausbau der Energieinfrastrukturen - von Netzen bis hin zu Energieerzeugungsanlagen. Und auch bei Großvorhaben in der Wirtschaft, beim Wohnungsbau und bei innerstädtischen Infrastrukturen stehen enorme Investitionen an, die effizientere Verfahren erfordern. Auch die Entwicklungsperspektiven für den Luftverkehr hemmen die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich und müssen verbessert werden.
Die Erneuerung der Infrastruktur muss deshalb oberste Priorität bekommen und sich noch stärker an dem besonderen Bedarf des Landes NRW orientieren. An einer effektiven Modernisierung der Infrastrukturen entscheidet sich letztlich auch die Funktionsfähigkeit unseres Landes.

II. Hebel, mit denen NRW bei Infrastruktur und Mobilität aufholen kann

Der Rückstand des Landes beim Zustand und der Leistungsfähigkeit seiner Infrastruktur im Vergleich mit anderen Bundesländern ist eklatant. Der volkswirtschaftliche Schaden durch verspätete oder verzögerte Instandhaltungen und Ertüchtigungen geht in die Milliarden. Gleichzeitig wächst der Abstand zu anderen Ländern – ablesbar zum Beispiel an den Stauzeitverlusten. In der Folge sinkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts NRW kontinuierlich.
Die wichtigste Aufgabe der neuen Landesregierung ist es daher, die mit dem NRW-Plan eingeleitete Trendumkehr voranzutreiben. Um zu anderen Bundesländern aufschließen zu können, bedarf es außerordentlicher Anstrengungen auf Landes- und auf Bundesebene. NRW muss dabei einerseits mit gutem Beispiel vorangehen und andererseits beim Bund um mehr Unterstützung werben. Beides muss Hand in Hand gehen.
Dies lässt sich besonders am Beispiel der Finanzierung und an der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren verdeutlichen.

III. Umsetzung: Konkrete Maßnahmen und Instrumente







IV. Auftrag für die kommende Landesregierung

Die kommende Landesregierung sollte sich konsequent für eine leistungsfähige Infrastruktur einsetzen. Sanierung, Ausbau und Erweiterung von Verkehrs-, Energie-, Gebäude-, und Digitalinfrastrukturen müssen zielgerichtet vorangetrieben werden. Entscheidend sind schnellere Planungsverfahren, eine verlässliche Finanzierung und eine deutlich höhere Umsetzungsfähigkeit.
Auch wenn NRW nicht für alle Netzteile originär zuständig ist, sollte das Land die Funktionalität der Verkehrsnetze ins Zentrum der Bemühungen stellen und unabhängig von Zuständigkeiten auf eine schnellere Umsetzung drängen. D. h. auch, dass NRW die Kommunen bei wichtigen Infrastrukturvorhaben wirksamer unterstützen muss.
Die Wirtschaft sollte frühzeitig und strukturiert in Planungs- und Priorisierungsprozesse eingebunden werden. Ziel ist es, praktische Anforderungen systematisch zu berücksichtigen und Entscheidungsprozesse stärker an der Umsetzbarkeit auszurichten.
Ocke Hamann
Fachpolitischer Sprecher Verkehr und Mobilität
Niederrheinische IHK Duisburg - Wesel - Kleve zu Duisburg