IHK NRW

Zeitenwende erreicht die Wirtschaft: Immer mehr NRW-Unternehmen engagieren sich im Verteidigungssektor

Anlässlich des Kongresses Defence.NRW des Landes NRW in Düsseldorf betont IHK NRW die wachsende Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie für die nordrhein-westfälische Wirtschaft. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern zeigt: Rund 15 Prozent der Industrieunternehmen in NRW sind bereits heute direkt oder über Wertschöpfungsketten im Verteidigungssektor aktiv, weitere 13 Prozent prüfen einen Einstieg.
Die Ergebnisse verdeutlichen: Die sicherheitspolitische Zeitenwende ist auch ein wirtschaftlicher Faktor für Nordrhein-Westfalen. In der Metallerzeugung sind 20 Prozent der Unternehmen bereits aktiv, weitere 27 Prozent sehen Einstiegspotenzial. In Elektrotechnik und Datenverarbeitung liegt der Anteil aktiver Unternehmen bei rund 19 beziehungsweise 20 Prozent. Besonders groß ist das Interesse im Fahrzeugbau.
Bereits heute trägt die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie – inklusive indirekter Effekte – mit bis zu 2,8 Prozent zum Produktionswert des Landes bei. Kleine und mittlere Unternehmen stellen dabei einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung.
„NRW verfügt über eine breite industrielle Basis, die zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit beitragen kann“, erklärt Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW. „Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind eindeutige strategische Leitlinien und stabile, verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich.“
Aus Sicht von IHK NRW ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen für die Politik:
  • Innovationsökosystem stärken: NRW braucht einen leistungsfähigen Innovationshub für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien, um Mittelstand, Start-ups und Forschung besser zu vernetzen.
  • Resiliente Infrastruktur sichern: Straßen, Brücken, Schienen und digitale Netze müssen ertüchtigt werden, um Logistik und Produktion im Ernstfall sicherzustellen.
  • Förderprogramme öffnen: Landesförderung, Finanzierungsmöglichkeiten und Bürgschaften müssen konsequent auch für sicherheits- und verteidigungsrelevante Technologien zugänglich sein.
  • Koordinierung verbessern: Eine ressortübergreifende Gesamtstrategie „Sicherheit und Verteidigung NRW“ ist notwendig, um Unternehmen Planungssicherheit zu geben.
Dr. Ulrich Biedendorf, Fachpolitischer Sprecher für Wirtschaft und Verteidigung von IHK NRW betont: „Viele Unternehmen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihre Kompetenzen
einzubringen – sei es bei Dual-Use-Technologien, IT-Sicherheit oder moderner Produktion. Jetzt kommt es darauf an, bürokratische Hürden abzubauen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und klare strategische Leitplanken zu setzen.“
IHK NRW spricht sich dafür aus, Sicherheit und Verteidigung ressortübergreifend zu koordinieren und Wirtschaft und Kammern frühzeitig in strategische Planungen einzubinden. Nur so könne NRW seine industrielle Stärke mit einer resilienten Sicherheitsarchitektur verbinden.