IHK NRW

Konjunktur in Nordrhein-Westfalen

NRW-Konjunktur: Wachsende Risiken bedrohen Erholung

Zum Herbst hat sich die konjunkturelle Lage in der NRW-Wirtschaft stabilisiert. In vielen Unternehmen sind die Geschäfte angelaufen, auch  wenn das Vorkrisenniveau vielfach noch nicht erreicht worden ist. Bei vielen wächst aber die Zuversicht, dass trotz steigender Infektionen die Zeit der harten Eingriffe in der Corona-Krise überwunden ist. Dennoch bleibt die Lage gespalten: Die Folgen der Corona-Krise kommen mit Wucht zurück, hinzugetreten sind weltwirtschaftliche  Risiken bei der Versorgung mit Rohstoffen und in den Wertschöpfungsketten – und nicht zuletzt drückt viele Unternehmen die Fachkräftesicherung.

NRW-Wirtschaft auf mühsamen Erfolgskurs

In der Konjunkturumfrage der IHKs in NRW, an der sich im Herbst über 6.900 Unternehmen beteiligt haben, hat sich die Stimmung verbessert. Der Lageindikator ist deutlich auf nunmehr 27 Punkte gestiegen und erreicht damit wieder sein Niveau vor der Corona-Krise. Erfreulich ist dabei, dass sich zum Herbst die Stimmung in der Breite der Branchen verbessert hat. Zurück bleiben letztlich die Branchen, die weiter unter den Corona-Beschränkungen leiden, bzw. von den neuerlichen  Einschränkungen betroffen sind. Mit der Einführung der 2G bzw. 3G-Regelungen steigt die Unsicherheit und die Sorge vor weitergehenden Maßnahmen bei vielen Unternehmen. 
Über den Sommer hatte sich die konjunkturelle Erholung zuletzt verlangsamt. Deutlich wurde, dass der Weg aus der Krise länger dauern würde, als zunächst erhofft. Entsprechend mussten die Wachstumsprognosen für das Jahr 2021 reduziert werden. 
Umso erfreulicher war zunächst der Stimmungsanstieg zum Herbst. Die Unternehmen sind in der Mehrzahl zuversichtlich, dass sich die Entwicklung in den kommenden Monaten weiter an Schwung gewinnen wird. Der Indikator zu den Geschäftserwartungen steigt entsprechend deutlich um neun Punkte auf nunmehr 14 Punkten. 29 Prozent der Befragten erwarten eine weitere Verbesserung ihre Geschäfte, lediglich 15 eine Verschlechterung. Eine weitere Aufwärtsentwicklung der Konjunktur scheint möglich, zumal auch der Optimismus über die Branchen hinweg getragen wird – optimistisch sind viele der Unternehmen in der Industrie (Indikator 19 Punkte) und unter den unternehmensbezogenen Dienstleistern (21 Punkte). 
Für ein Anziehen der Konjunktur spricht, dass die konkreten Planungen expansiver als noch im Frühjahr ausfallen. Bis zu 30 Prozent der Befragten planen, ihre Investitionen und/oder ihre Beschäftigung auszuweiten. Ebenso viele Unternehmen erwarten einen Anstieg der Exporte. In der Industrie fallen die Planungen sogar noch optimistischer aus: 35 Prozent der Industrieunternehmen planen mit mehr Investitionen, 30 Prozent mit einer steigenden Mitarbeiteranzahl. 
Dennoch stehen die Planungen unter erheblichen Unsicherheiten, die für viele Unternehmen in der Art noch nicht zu greifen sind. Hinzutreten die Folgen der neuerlichen Corona-Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht absehbar waren.

Konjunkturentwicklung in den Regionen Nordrhein-Westfalens (IHKs in NRW)

Von Aachen bis Wuppertal - Die Ergebnisse der regionalen IHK-Konjunkturumfragen sind  hier abrufbar. 

Konjunktur in Nordrhein-Westfalen 

Regelmäßig erstellt das RWI –- Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. in Essen  Konjunkturprognosen für Nordrhein-Westfalen. 
Mit der Sonderauswertung des ifo-Geschäftsklimaindex bietet die NRW.Bank einen regelmäßigen Überblick über die Konjunkturentwicklung in Nordrhein-Westfalen. 

Konjunktur in Deutschland (DIHK) 

Der DIHK bietet Informationen zur Konjunktur & Wachstum deutschlandweit an.
Die Umfragedaten stammen aus Konjunkturumfragen in den Bezirken der 16 IHKs in NRW jeweils zu Jahresbeginn, im Spätsommer und im Herbst. Die Beteiligung liegt jeweils zwischen 3.000 und über 6.000 Betrieben aus allen Branchen in ganz NRW. Die Umfragen bilden ein repräsentatives Stimmungsbild der gewerblichen Wirtschaft vor Ort ab. Nach Wirtschaftszweigen verteilen sich die Antworten auf die Industrie (28 Prozent), die Bauwirtschaft (fünf Prozent), den Handel (24 Prozent) und die Dienstleister (40 Prozent). Die Einteilung der Wirtschaftszweige basiert auf der amtlichen Statistik der WZ 2008. Weitere Informationen zur Systematik finden Sie hier.

Konjunktur in Europa (Eurochambres) 

Ein detailliertes Bild des Geschäftsklimas in Europas Regionen zeichnet die europäische Kammerorganisation Eurochambres mit ihrem jährlichen Konjunkturbericht.