Going International 2026

US-Handelspolitik als Hemmnis

Größte Belastungen durch handelspolitische Spannungen mit den USA

Die starke Mehrheit der befragten Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen der aktuellen US-Zollpolitik – unabhängig davon, ob sie direkt Geschäfte mit den USA machen oder nicht. Die Belastungen gehen dabei weit über reine Zollkosten hinaus: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen nennen die handelspolitische Unsicherheit als größtes Hindernis. 58 Prozent sehen Kosten im Zollverfahren und steigende Bürokratie als Risiken. Gleichzeitig leidet die Hälfte der NRW-Unternehmen unter der Instabilität der Finanzmärkte, da sich ihre Margen im US-Geschäft durch einen starken Euro reduzieren. Weiterhin belastend wirkt auch der Basiszollsatz von 15 Prozent, wobei die weit weniger Belastung verursacht als die allgemeine handelspolitische Unsicherheit und der Anstieg der Bürokratie. Der Basiszollsatz, der auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben wurde, findet nach der Entscheidung des Supreme Courts der USA keine Anwendung mehr. Er wurde jedoch durch eine Kombination aus MFN-Zöllen (Meistbegünstigungszollsatz) zuzüglich des 10 Prozent-Zollsatzes ersetzt. Diese sich häufig ändernden Zollankündigungen und Vorgaben sorgen für weitere Verunsicherung bei den Unternehmen. Ihnen fehlt die notwendige Planungssicherheit.
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Wie beeinflusst die aktuelle US-Zollpolitik die Investitionspläne in den USA?

Die handelspolitische Unsicherheit wirkt sich auch auf die Investitionsentscheidungen nordrhein-westfälischer Unternehmen aus. Als Folge zeigt sich Zurückhaltung: Knapp jedes zweite Unternehmen mit US-Geschäft gibt an, Investitionen zu verschieben oder zu reduzieren. Damit wird deutlich: Die aktuelle US-Zollpolitik bremst nicht nur den Handel, sondern beeinflusst auch die internationale Standort- und Investitionsplanung von Unternehmen aus NRW. Sie führt auch nicht zu dem von den USA angestrebten Ziel, mehr Produktion und Investitionen in die USA zu ziehen.

Wer trägt die Kosten der erhöhten US-Zölle?

Beim Umgang mit den zusätzlichen Zollkosten zeigt sich ein klares Bild: Drei Viertel Drittel der Unternehmen geben die höheren Kosten ganz oder teilweise an Kunden weiter. Damit tragen die Verbraucher in den USA die Kosten der Zollpolitik. Gleichzeitig sorgt das für eine schwächere Wettbewerbsposition der NRW-Unternehmen auf dem US-Markt. Für 13 Prozent der Unternehmen haben die US-Zölle noch gravierendere Folgen: Sie reduzieren Exporte in die USA oder verhindern sie ganz.
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