Studie
Neue IW-Studie zeigt: Höhere Berufsbildung verbessert Einkommen, Verantwortung und Aufstiegschancen – und stärkt die Fachkräftesicherung in Nordrhein-Westfalen
Eine Ausbildung ist für viele der Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben. Wer sich anschließend mit einer Fortbildung weiterqualifiziert, erweitert seine beruflichen Möglichkeiten deutlich: höhere Einkommen, anspruchsvollere Aufgaben und mehr Verantwortung gehören zu den zentralen Effekten. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der IHKs in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Bayern und Baden-Württemberg.
Der Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften ist groß: Seit 2022 gibt es in den untersuchten Berufen mehr offene Stellen als Absolventen einer beruflichen Fortbildung. Aktuell fehlen rechnerisch 12.544 Fachkräfte. Knapp 60 Prozent dieser Lücke entfallen auf Tätigkeiten mit höheren Qualifikationsanforderungen. Gerade für die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind beruflich qualifizierte Fachkräfte deshalb von großer Bedeutung.
Auch für die Beschäftigten zahlt sich eine Fortbildung aus. Fortgebildete verdienen im Durchschnitt rund ein Drittel mehr als Beschäftigte, die nach ihrer Ausbildung keine weitere Qualifikation erworben haben. Zugleich übernehmen sie häufig verantwortungsvolle Aufgaben: 39 Prozent tragen Budgetverantwortung. Auch bei Personal- und Fachverantwortung erreichen sie ein hohes Niveau.
„Berufliche Fortbildung eröffnet echte Entwicklungsperspektiven. Sie verbindet Praxiserfahrung mit zusätzlicher Qualifikation und schafft damit beste Voraussetzungen, um anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen und beruflich weiterzukommen. Genau solche Fachkräfte brauchen unsere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Bourdick, Fachpolitischer Sprecher Bildung und Fachkräfte von IHK NRW.
Wie ein solcher Karriereweg aussehen kann, zeigt das Beispiel eines Industriekaufmanns: Nach seiner Ausbildung sammelt er Berufserfahrung und absolviert anschließend eine IHK-Fortbildung,beispielsweise zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt. Damit qualifiziert er sich für anspruchsvollere Aufgaben, kann Verantwortung für Projekte oder Teams übernehmen und seine berufliche Entwicklung gezielt vorantreiben.
Die Studie zeigt zudem, dass Fortgebildete besonders selten arbeitslos sind und ihre berufliche Situation sehr positiv bewerten. Rund 14 Prozent machen sich im weiteren Berufsleben selbstständig. Höhere Berufsbildung eröffnet damit vielfältige Perspektiven: von anspruchsvolleren Fachaufgaben über Führungsverantwortung bis hin zur Selbstständigkeit.
„Eine Ausbildung ist oft erst der Anfang. Mit einer Fortbildung können Fachkräfte gezielt den nächsten Karriereschritt gehen. Das stärkt die beruflichen Perspektiven der Beschäftigten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen“, so Bourdick.
Die ausführliche Studie finden Sie online HIER