IHK NRW

Nahversorgung stärken, Handelsstandorte sichern

Klare Regeln für Investitionen, mehr Spielraum für neue Versorgungskonzepte und starke lokale Netzwerke: Beim 13. IHK-Handelstag NRW in Bielefeld hat IHK NRW gemeinsam mit Vertretern aus Landespolitik, Kommunen und Handel diskutiert, was es braucht, damit wohnortnahe Versorgung auch künftig funktioniert. Im Mittelpunkt standen Planungsrecht, neue Versorgungsmodelle, Wochen- und Feierabendmärkte sowie die Rolle lokaler Initiativen.
Zum Auftakt diskutierten Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Petra Pigerl-Radtke, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, über Nahversorgung als Gemeinschaftsaufgabe von Land, Kommunen und Handel.
„NRW hat kein Erkenntnisproblem – gute Konzepte, engagierte Unternehmen und starke lokale Akteure sind längst da. Jetzt kommt es darauf an, ihnen verlässliche Rahmenbedingungen und den nötigen Spielraum zu geben, damit aus guten Ideen auch konkrete Erfolge werden.“, sagt Sven Schulte, Fachpolitischer Sprecher für Handel und Stadtentwicklung von IHK NRW.
Dies betonte auch Petra Pigerl-Radkte, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld im Begrüßungsinterview:
„Nahversorgung ist weit mehr als die Frage, wo wir morgen einkaufen können. Sie entscheidet mit darüber, wie attraktiv Städte und Gemeinden als Wohn-, Arbeits- und Unternehmensstandorte sind. Deshalb müssen wir Nahversorgung, Stadtentwicklung und Wirtschaftsentwicklung stärker zusammendenken.“
Für Investitionen in neue oder bestehende Nahversorgungsstandorte brauchen Unternehmen und Kommunen vor allem Planungssicherheit. Der Schutz zentraler Versorgungsbereiche bleibt wichtig. Gleichzeitig müssen die Regeln flexibel genug sein, um unterschiedliche Standorte und Versorgungskonzepte zu ermöglichen. Auch Wochen- und Feierabendmärkte sind wichtige Versorgungs- und Begegnungsorte. IHK NRW fordert, bestehende und neue Formate unkomplizierter zu ermöglichen und unnötige Hürden bei ihrer Umsetzung abzubauen. Gleiches gilt für Werbe- und Interessengemeinschaften, Citymanagements und andere private Initiativen. Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) sind dafür ein gutes Instrument. Das Land sollte stärker für ihre Nutzung werben und Kommunen und Eigentümer dahingehend beraten.
Zugleich sollte vorhandenes Know-how konsequenter genutzt werden. Mit der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ besteht bereits eine Plattform, in der Wirtschaft, Kommunen und weitere Partner zusammenarbeiten. IHK NRW spricht sich dafür aus, diese Expertise stärker und kontinuierlich in handels- und standortpolitische Entscheidungen einzubeziehen.
„Bei neuen Herausforderungen müssen wir nicht jedes Mal bei null anfangen. Gute Lösungen gibt es längst – wir müssen sie sichtbar machen, ermöglichen und erfolgreich auf andere Regionen übertragen.“, so Schulte abschließend.