06.08.2026
Historisches Niedrigwasser am Rhein: IHK NRW fordert koordiniertes Handeln
Die historisch niedrigen Pegelstände des Rheins belasten die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen erheblich. Nach aktuellen Entwicklungen wurden die bisherigen Tiefststände aus dem Jahr 2018 bereits unterschritten. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.
Die niedrigen Wasserstände reduzieren die Ladekapazitäten der Binnenschiffe drastisch. Viele Schiffe können derzeit weniger als ein Viertel ihrer üblichen Fracht transportieren. Unternehmen benötigen dadurch deutlich mehr Transporte und müssen Güter teilweise auf Schiene und Straße verlagern. Die Folge sind steigende Transport- und Logistikkosten sowie zunehmende Engpässe bei Grundstoffen und Vorprodukten. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen mit seinen Häfen und den zahlreichen Standorten der Stahl-, Chemie-, Mineralöl- und Grundstoffindustrie entlang des Rheins. Rund 80 Prozent des deutschen Binnenschifffahrtsverkehrs werden über den Rhein abgewickelt.
IHK NRW unterstützt den Vorschlag der Landesregierung zur Einrichtung einer nationalen Niedrigwasser-Taskforce:
„Es bedarf einer verbindlichen Koordination über Nordrhein-Westfalen hinaus um eine schnelle und dauerhafte Umsetzung eines belastbaren Gesamtsystems aus Schienen-, Brücken-, Straßen- und Wasserstraßenprojekten sicherzustellen. Eine verlässliche und mehrjährige Finanzierung dieser Projekte ist daher für die NRW- und bundesdeutsche Wirtschaft absolut notwendig“, betont Dr. Ralf Mittelstädt – Hauptgeschäftsführer von IHK NRW.
Kurzfristig kommt es jetzt darauf an, vorhandene Kapazitäten besser zu koordinieren und Engpässe auf Schiene und Straße frühzeitig zu erkennen, um die Leistungsfähigkeit der Wasserstraße dauerhaft zu sichern und den Industriestandort Nordrhein-Westfalen zu stärken.
„Es müssen jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, damit aus den Niedrigwasserproblemen keine dauerhaften Standort- oder Produktionskrisen entstehen und der Rhein auch zukünftig eine verlässliche Lebensader für Wirtschaft und Industrie bleibt.“, betont Mittelstädt abschließend.