31.07.2026

Unternehmen suchen weiterhin Auszubildende zum Ausbildungsstart am 1. August 2026: Weniger Ausbildungsverträge in NRW – Chancen für Kurzentschlossene bleiben groß

Der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen steht unter Druck: Bis Ende Juli haben die IHKs in NRW 42.662 neue Ausbildungsverträge registriert, 9,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich ist der Rückgang in den gewerblich-technischen Berufen.

„Diese Entwicklung zeigt, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen inzwischen auch die Ausbildungsentscheidungen der Unternehmen beeinflussen. Fehlende Aufträge, steigende Kosten und verschobene Investitionen führen dazu, dass Betriebe vorsichtiger planen. Dennoch suchen viele Unternehmen weiterhin Auszubildende für einen Start in diesem Jahr. Allein auf ausbildung.nrw sind derzeit noch rund 7.000 Ausbildungsangebote mit kurzfristigem oder sofortigem Einstieg verfügbar“, sagt Klaus Bourdick, Fachpolitischer Sprecher für Bildung und Fachkräfte von IHK NRW.

Ein Einstieg ist vielerorts auch nach dem klassischen Ausbildungsbeginn noch möglich. Entscheidend ist jetzt, dass Betriebe und Jugendliche schnell und passgenau zusammenfinden.

„Es fehlt nicht grundsätzlich an Chancen, sondern häufig an der passenden Verbindung zwischen Betrieben und Jugendlichen“, so Bourdick.
Angebot und Nachfrage fänden regional, fachlich oder mit Blick auf den Ausbildungsstart nicht immer zusammen.
Deshalb lohnt es sich für Jugendliche und Eltern, den Blick zu weiten: auf verwandte Berufe, kleinere Unternehmen oder Nachbarregionen. Die IHKs unterstützen mit Beratung, Vermittlung, Matchingformaten, Praktika und Einstiegsqualifizierungen.

„Viele Unternehmen berichten zudem, dass Bewerbern teilweise wichtige Grundlagen fehlen, von Deutsch und Mathematik bis zu Kommunikationsfähigkeit, Verlässlichkeit und Eigenverantwortung“, berichtet Bourdick.

Die Motivation vieler junger Menschen ist da. Damit sie ihre Chance bestmöglich nutzen können, braucht es eine Bildungskette, die sie frühzeitig stärkt: mit sicheren Grundkompetenzen, mehr Praxisnähe, verbindlicher Berufsorientierung und verlässlichen Übergängen in Ausbildung und Beruf.

Die duale Ausbildung bleibt ein zentraler Schlüssel zur Fachkräftesicherung und zur wirtschaftlichen Zukunft Nordrhein-Westfalens. Sie gelingt dann besonders gut, wenn leistungsfähige Ausbildungsbetriebe auf gut vorbereitete, motivierte und entwicklungsbereite junge Menschen treffen.