IHK NRW
IHK-Energiewende-Barometer: NRW-Wirtschaft fordert wettbewerbsfähige Energiepolitik
Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen bewerten die Energiewende zunehmend kritisch. Das zeigt das aktuelle Energiewende-Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Bundesweit sank der Barometerwert von -8,3 auf -11,5; in NRW fiel das Ergebnis mit einem Rückgang von -14,8 auf -18,1 noch pessimistischer aus. An der bundesweiten Umfrage beteiligten sich rund 3.100 Unternehmen, davon 627 aus NRW.
Mit dem bundesweiten IHK-Energiewende-Barometer, fragt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) seit 2012 regelmäßig die Einschätzung von über 3.000 Unternehmen zu Stand und Entwicklung der Energiewende ab.
„Die Ergebnisse sind ein klares Warnsignal“, sagt Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW. „Die Unternehmen stehen zum Klimaschutz. Aber die Energiewende muss so gestaltet werden, dass Betriebe wettbewerbsfähig bleiben, investieren können und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen erhalten bleiben.“
Fast jedes zweite Unternehmen sieht negative Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit, in der Industrie sind es deutlich über 60 Prozent. Jedes dritte Unternehmen stellt Investitionen in Kernprozesse zurück, jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz. Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Strompreis in diesem Jahr weiter gestiegen.
77,8 Prozent der Unternehmen verlangen eine Senkung des Strompreises, fast 80 Prozent erwarten eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur.
IHK NRW fordert deshalb einen klaren Kurs: verlässliche Rahmenbedingungen, Stromkosten senken, Netzentgelte begrenzen und Energieinfrastruktur schneller ausbauen.
„Nordrhein-Westfalen ist Industrieland. Wenn Energie dauerhaft teurer bleibt als bei unseren Wettbewerbern, wird Transformation zum Standortproblem“, so Stoffels. „Wir brauchen eine Energiepolitik, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringt.“