06.05.2026

Ein Jahr Regierung Merz – die Wirtschaft in NRW zieht eine differenzierte Bilanz:

„Angesichts der dramatischen, wirtschaftlichen Lage, reichen Tempo und Konsequenz noch nicht aus“, so Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW zum Jahrestag von Bundeskanzler Friedrich Merz, der heute ein Jahr im Amt ist.
Aus Sicht der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen prägt vor allem eine Grundstimmung die Lage: Ungeduld. Bei einigen Punkten stimmt die Richtung. Lange Abstimmungsprozesse innerhalb der Koalition bremsen allerdings notwendige Reformen aus, während zentrale Herausforderungen weiter drängen.
Die Unternehmen erwarten bessere Rahmenbedingungen – insbesondere bei Energiekosten, Fachkräftemangel und Bürokratieabbau. Viele Maßnahmen kommen bislang nicht schnell und konsequent genug, um spürbare Entlastung zu schaffen. Die Folge: Investitionszurückhaltung und wachsende Sorgen um die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Trotzdem bleibt Stoffels optimistisch: „Das Zeitfenster für wirksame Reformen ist knapp – die Erkenntnis und Bereitschaft wächst. Bis zum Sommer müssen nun Taten folgen.“
IHK NRW Konjunkturexperte Dr. Matthias Mainz ordnet die Situation identisch ein: „Seit sechs Jahren sehen wir einen Abschwung in unseren Konjunkturumfragen. Hohe Kosten belasten den Standort und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Ansätze wie Staatsmodernisierung und Infrastruktur seien zwar hilfreich, entscheidend bleibe aber eine konsequente Umsetzung – denn kurzfristige Entlastungen lösen die strukturellen Probleme nicht“.

Die ausführlichen WDR Berichte finden Sie hier:
WDR Online / Hörfunk (Dr. Matthias Mainz): Bundeskanzler Merz auf dem Unternehmertag in NRW