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Nr. 7018024
IHK NRW
Ein Jahr nach dem Liberation Day: Fehlende Verlässlichkeit belastet das US-Geschäft der NRW-Wirtschaft
Ein Jahr nach dem sogenannten Liberation Day bleibt für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor allem eines: Unsicherheit.
„Nicht einzelne Zollsätze sind heute das Hauptproblem, sondern die fehlende Verlässlichkeit der US-Handelspolitik. Wechselnde Ankündigungen, Vorgaben und Verfahren sorgen für mehr Aufwand, höhere Kosten und erschweren Investitionsentscheidungen der Unternehmen“, sagt Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW.
Dabei bleiben die USA ein zentraler Markt für die nordrhein-westfälische Wirtschaft. 2025 exportierte NRW Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro in die USA; damit sind die Vereinigten Staaten der wichtigste außereuropäische Absatzmarkt des Landes.
Wie stark die Unternehmen inzwischen unter der US-Handelspolitik leiden, zeigt eine aktuelle IHK-Umfrage in Nordrhein-Westfalen: Knapp 85 Prozent der Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen auf ihr Auslandsgeschäft. Besonders belastend sind wechselnde Rahmenbedingungen sowie der zusätzliche Aufwand durch Zollverfahren und Bürokratie.
Die Folgen sind konkret: Fast jedes zweite Unternehmen mit US-Geschäft verschiebt Investitionen oder reduziert sie. Drei Viertel geben die zusätzlichen Kosten der US-Zölle ganz oder teilweise weiter. Zwar tragen damit Verbraucher in den USA die Kosten der Zollpolitik ihrer eigenen Regierung, zugleich verschlechtert sich jedoch die Wettbewerbsposition der NRW-Unternehmen auf dem US-Markt. 13 Prozent der Unternehmen schränken ihr Exportgeschäft in die USA ein oder geben es teilweise auf.
Diese Entwicklung spiegelt sich im Stimmungsbild der NRW-Wirtschaft zum US-Geschäft wider. Geschäftslage und Geschäftsperspektiven haben sich weiter verschlechtert und liegen bei minus 23 beziehungsweise minus 26 Saldopunkten.
Entscheidend bleibt nun, den EU-Binnenmarkt zu stärken und Unternehmen nicht zusätzlich durch vermeidbare Regulierung zu belasten.
„Positiv zu vermerken ist, dass das Europäische Parlament Ende März einen weiteren Schritt zur Umsetzung der zollrechtlichen Aspekte des EU-US-Handelsabkommens angestoßen hat“, so der Hauptgeschäftsführer von IHK NRW.
“Der Jahrestag des Liberation Day ist damit weniger Anlass für Rückschau als ein Hinweis darauf, worauf es jetzt ankommt: mehr Berechenbarkeit im Handel, geringere Belastungen für Unternehmen und mehr Diversifizierung. Denn wenn Handelspolitik dauerhaft zum Unsicherheitsfaktor wird, betrifft das nicht nur einzelne Exporteure, sondern ganze Liefer- und Wertschöpfungsketten in Nordrhein-Westfalen", betont Dr. Mittelstädt abschließend.
Weitere Informationen zur Einschätzung des US-Geschäfts aus Sicht der NRW-Wirtschaft können Sie HIER online abrufen.
Dr. Ralf Mittelstädt (Hauptgeschäftsführer IHK NRW)