Aktuelle IHK-Umfrage: NRW setzt weiterhin auf digitale Transformation und KI

Die aktuelle Digitalisierungsumfrage 2026 zeigt: Künstliche Intelligenz ist in der Wirtschaft angekommen und wird bleiben. Bereits 39 % der Unternehmen setzen KI-Tools ein, weitere 30 % planen den Einsatz zeitnah. Besonders IT-affine Branchen sehen KI als zentralen Produktivitätsfaktor, während Bau- und Verkehrsbranche noch Nachholbedarf haben. Noch vor einem Jahr lag der Anteil bei lediglich einem Drittel. Kaum eine andere Technologie hat sich derart rasant durchgesetzt.
Dabei reichen die Anwendungsfelder von Text- und Grafiktools bis zu Qualitätskontrolle und Produktion.
“Die Implementierung von KI in Produktions- und Prozessabläufe sowie in Produkte und Dienstleistungen stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen. Unternehmen benötigen praxistaugliche Checklisten, Leitfäden und weitere Orientierungsinstrumente. Ziel sollte der rechtssichere Einsatz von gängigen KI-Anwendungen werden”, so Dr. Matthias Mainz, Geschäftsführer von IHK NRW.
„Die Krise bremst auch die Digitalisierung, doch der digitale Wandel geht unverändert weiter. Besonders kleine Unternehmen stehen vor der Herausforderung, neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zu verstehen und zu nutzen“, erklärt Dr. Matthias Mainz.
IHK NRW empfiehlt, insbesondere kleinere Unternehmen stärker bei Investitionen in IT-Infrastruktur, Software und Schulungen zu unterstützen, damit digitale Technologien effizient und sicher genutzt werden können.
In der aktuellen Umfrage erreicht die NRW-Wirtschaft einen Digitalisierungsgrad von unverändert 2,8 Punkten. Unternehmen setzen bei ihren digitalen Investitionen vor allem auf Maßnahmen zur Kostensenkung (66 %), während Innovation nur für 35 % der Treiber ist. Hemmnisse bleiben hohe Komplexität und fehlende Liquidität.
Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs nutzen immer mehr Unternehmen Digitalisierung als Lösung ihrer Fachkräfteengpässe. 37 % der Befragten geben an, digitale Anwendungen einzuführen, um fehlende Fachkräfte zu ersetzen (2024: 28 %). Gleichzeitig bremsen fehlende IT-Expertise und Know-how den digitalen Wandel. IHK NRW empfiehlt, KI- und Digitalisierungskompetenzen systematisch zu stärken und praxisnahe Weiterbildungen anzubieten, insbesondere für Mitarbeitende und Auszubildende.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass die Bedrohung durch Cybercrime wächst. 11 % der Unternehmen wurden Opfer von Cyberangriffen, weitere 10 % vermuten Angriffe. Zugleich steigt die Bereitschaft zur IT-Sicherheit: Über 90 % führen regelmäßige Updates durch, jedes zweite Unternehmen schult Mitarbeitende. IHK NRW unterstützt vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit praxisnahen Beratungsangeboten in Kooperation mit Digital.Sicher.NRW, um die sichere Nutzung digitaler Technologien zu gewährleisten.
Die Digitalisierung der öffentlichen Hand hinkt aus Sicht der Unternehmen weiter hinterher. Die Unternehmen geben der digitalen Verwaltung erneut nur ein gerade noch ausreichend (Note 4,3). Trotz guter Ansätze wie dem Wirtschaftsservice-Portal (WSP.NRW) fehlt das große Bild mit durchgängig digitalen und kundenfreundlichen Angeboten. Ohne Abstriche muss nun die Modernisierungsagenda des Bundes und der Länder umgesetzt werden, um die Verwaltung effizienter und kundenfreundlicher zu gestalten. Nur wenn Routineaufgaben standardisiert und automatisiert werden, wird die Verwaltung ihre wachsenden Aufgaben bewältigen können.
Weitere Informationen: DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026