09.07.2024

Kraftwerksstrategie kann nur der erste Schritt sein

Die heute von der Bundesregierung verabschiedete Kraftwerksstrategie soll die Grundlage für den Bau der sogenannten Back-up-Kraftwerke liefern. Diese sollen immer dann einspringen, wenn die Erneuerbaren Energien nicht ausreichend Strom liefern.

„Die Planungen für 13 GW für ganz Deutschland sind ein erster Schritt, aus Sicht von IHK NRW aber zu wenig. Allein in NRW werden Back-up-Kraftwerke mit bis zu 8 GW benötigt, andernfalls steht die Versorgungssicherheit der nordrhein-westfälischen Wirtschaft auf dem Spiel“, betont Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW, vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs 2030.

Dies hat auch die Landesregierung erkannt und bereits im Vorfeld vom Bund Nachbesserungen eingefordert. Daneben bleiben Sorgen wegen der Umsetzung:
„Wann die Kraftwerke tatsächlich gebaut und einsatzbereit sind, ist derzeit offen. Dabei steht der notwendige Einsatzzeitpunkt hingegen schon fest“, kritisiert Mittelstädt. „Jetzt müssen schnell Standorte für die Gaskraftwerke gefunden, die Infrastruktur ertüchtigt und finanziert werden“, so Mittelstädt weiter.
Brüssel, Berlin und Düsseldorf müssen in der Energiepolitik an einem Strang ziehen. Optimalerweise sollten die Standortentscheidungen für die Kraftwerke netzdienlich sein, also Netzengpässe vermeiden.
Wenn die bisherigen energie- und klimapolitischen Ziele der Bundes- und Landesregierung erreicht werden sollen, müssen bis zu 22 GW wasserstofffähige Gaskraftwerke in ganz Deutschland bis ins Jahr 2030 zugebaut werden, allein ein Drittel davon in NRW.   Dies zeigt eine Studie, die das energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln (ewi) für IHK NRW erstellt hatte. Die vollständige Studie und das Monitoring von IHK NRW zur Versorgungssicherheit finden Sie unter: Versorgungssicherheit für NRW 2030 – was ist zu tun? (ihk-nrw.de)