Wie passen Hygienevorschriften und Bürokratieabbau in der Gastronomie zusammen?

Am dem ersten „Runden Tisch Bürokratieabbau“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) diskutierten am 9. März rund 30 Unternehmen, davon viele Gastronomen und Hoteliers aus Nordrhein-Westfalen, über neue Wege, um Betriebe von Bürokratie entlasten zu können.

Während des gut zweistündigen Online-Gedankenaustausches wurden Lösungsansätze vorgestellt und Umsetzungsvorschläge umrissen.

Gerade in der Corona-Krise besteht beim Bürokratieabbau drängender Handlungsbedarf. Vielen kleinen und mittleren Unternehmen werden durch die Vielzahl an Verpflichtungen und Kontrollen behindert. Dies belegt eine aktuelle Studie des DIHKbeispielhalft anhand der bürokratischen Belastungen für das Gastgewerbe.

Viele spezielle Verfahren und Zusatzpflichten treiben die Kosten und den zeitlichen Aufwand. So müssen Gastronomen und Einzelhändler in der Lebensmittel¬branche die Temperaturen von Kühlschränken täglich per Hand in ein Formular eintragen und ein Jahr aufbewahren – selbst dann, wenn sie über ein automatisches und digitales Messsystem verfügen.

Schnell kristallisierte sich am runden Tisch heraus, dass eine bundeseinheitliche Digitalisierung, zum Beispiel über eine App, schon viele solcher Hürden beseitigen könnte. Über diesen Weg ließen sich auch viele andere Dokumentationspflichten vereinfachen, die in den Augen der Teilnehmenden in der aktuellen Fassung überflüssig sind.

Kleiner Trost am Rande: Die Zusammenarbeit mit den Kontrollinstanzen läuft fast überall in Deutschland gut, wobei es allerdings Unterschiede zwischen den Bundesländern und von Be-hörde zu Behörde gibt. Ein Blick über den Tellerrand – Stichwort „Best Practice“ wurde empfohlen: Anderswo sind die bürokratischen Hürden nicht ganz so hoch – bei mindestens gleich guten Resultaten. Außerdem kann eine digital aufgestellte Verwaltung nach dem Pilotstadium besser funktionieren, wie Erfahrungen anderer Staaten zeigen.

Bei der nächsten Sitzung des runden Tisches sollen Entscheider mit einbezogen werden. Helfer aus den Unternehmen, die sich im Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie bewähren.