IT-Sicherheitstag NRW 2020: IT-Sicherheit ist Grundbedingung für erfolgreiches Wirtschaften

Rund 350 Teilnehmer haben am achten IT-Sicherheitstag NRW teilgenommen, der in diesem Jahr erstmals komplett digital stattfand. Im Mittelpunkt des Fachkongresses zu den Themen Informations- und Datensicherheit standen praxisnahe Tipps, wie Unternehmen sich gegen Cyberangriffe schützen können.

Gerade die Corona-Pandemie hat eine Reihe von Fragen des Betriebsalltags drängender gemacht: Wie sichern Unternehmen ihre Daten beim mobilen Arbeiten vor unbefugtem Zugriff? Welche Anforderungen des Datenschutzes sind bei Videokonferenzen zu beachten? Gleichzeitig haben Cyberkriminelle die aufkommende Unsicherheit ausgenutzt und neue Angriffe gegen Betriebe ausgeführt, so bspw. mit Fake-Angeboten zur NRW-Soforthilfe. „IT-Sicherheit hat sich zu einer Grundbedingung für Betriebe entwickelt. Die Unternehmen benötigen ausreichenden Schutz, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Dabei hat sich Nordrhein-Westfalen als herausragender Kompetenzstandort etabliert: Hier ballt sich die Expertise von Unternehmen und Forschern zu den Themen IT-Sicherheit und Datenschutz. Davon kann gerade auch der Mittelstand profitieren.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW, den Fachkongress für die mittelständische Wirtschaft.

Die ursprünglich in Aachen geplante Veranstaltung wurde aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen komplett virtuell durchgeführt. Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der IHK Aachen, betont: „Wir erleben derzeit, dass sich Rahmenbedingungen permanent ändern – worauf Unternehmer schnell und flexibel reagieren. Die Sicherheit sensibler Unternehmensdaten darf dabei nicht zu kurz kommen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig den eigenen Datenschatz zu kennen und bestmöglich zu schützen. So bleiben Betriebe auch in Krisenzeiten handlungsfähig.“

In seinem Impulsvortrag zeigte Markus Hartmann, Oberstaatsanwalt und Hauptabteilungsleiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC), die Aufgaben und Herausforderungen auf, vor denen seine Ermittlungsbehörde steht. So werden die Kriminellen immer professioneller. Im Gegensatz zu früher führen sie ihre Angriffe so durch, dass sie oftmals nur schwer erkannt werden. Durch Cyberangriffe entstehen in Deutschland derzeit Schäden im Wert von insgesamt etwa 100 Milliarden Euro pro Jahr. Hartmann appellierte an die Unternehmen, bekannt gewordene Angriffe zügig zu melden und anzuzeigen. Nur so könnten Ermittlungen schnell eingeleitet werden. Die ZAC sei hier gut aufgestellt. Noch nicht abschließend geklärt sei, wie Lösegeldzahlungen durch Versicherungen bei Ransomware-Angriffen juristisch zu beurteilen seien. Schließlich könnten die Zahlungen die Kriminellen in ihren Handlungen ermutigen.

Im Anschluss standen weitere aktuelle Bedrohungsszenarien und die passenden Abwehrstrategien für die nordrhein-westfälische Wirtschaft im Fokus des IT-Sicherheitstags NRW. Der Fachkongress bot vor allem mittelständischen Unternehmen Lösungen an, um den Datenschutz im eigenen Betrieb zu verbessern. Ergänzt wurde der Kongress durch eine virtuelle Fachausstellung mit 32 Unternehmen und Initiativen, die ihre Lösungen vorstellten.

IT-Sicherheitstag NRW verpasst? Viele der Vorträge wurden aufgezeichnet und sind unter folgenden Links verfügbar:

Die Planungen für 2021 im Bereich Emscher-Lippe gehen nun an den Start. Informationen zum IT-Sicherheitstag 2021 finden Sie dann unter: www.it-sicherheitstag-nrw.de

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.