Zwischenbilanz zum Ausbildungsstart September 2019

  • 63.741 neue Ausbildungsverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungsbranche
  • Immer mehr Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt
  • Plus in technischen Ausbildungsberufen; Rückgang bei Kaufleuten
  • 10 % der Ausbildungsstellen werden erst nach dem 1. September besetzt

Auch in diesem Jahr starten die meisten Ausbildungsverhältnisse zum 1. September. Für IHK NRW ein Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Bisher haben 63.741 junge Menschen sich für eine Ausbildung in der Industrie, im Handel und in der Dienstleistungsbranche entschieden. Die IHK-Unternehmen bleiben damit voraussichtlich die beliebteste Anlaufstelle für Ausbildungsplatzsuchende.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Ausbildungsverträge um 0,4 Prozent zurückgegangen. Robert Schweizog, Geschäftsführer Bildung von IHK NRW, bewertet dies als Erfolg und Warnung zugleich. „Die Anzahl der Schulabgänger ist zuletzt um vier Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund hat die duale Ausbildung an Attraktivität gewonnen,“ so Schweizog. Gleichzeitig falle es den Unternehmen aber immer schwerer, Auszubildende zu finden. Die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit meldete am 29. August, dass 28.219 Ausbildungsstellen bisher nicht besetzt werden konnten – knapp neun Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Die duale Ausbildung in technischen Berufen erfreut sich dabei wachsender Beliebtheit. 21.935 Neu-Azubis im gewerblich-technischen Bereich bedeuten ein Plus von 1,1 Prozent. Im Kontext der Industrie 4.0 setzen sowohl die Unternehmen als auch die Schulabgänger gerade in technischen Berufen vermehrt auf die berufliche Bildung. Schweizog sieht darin eine Bestätigung: „Kein anderes Bildungssystem kann so gut auf die Wirtschaft 4.0 vorbereiten wie die duale Berufsausbildung mit ihrer direkten Anbindung an die Unternehmen“. Die Zahl der Verträge im kaufmännischen Bereich ist im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 41.806 zurückgegangen.

Auch wenn das Ausbildungsjahr nun flächendeckend begonnen hat, ist es für Ausbildungsplatzsuchende noch nicht zu spät. Erfahrungsgemäß werden knapp 10 Prozent der Ausbildungsverhältnisse erst nach dem 1. September geschlossen. Die IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) oder die IHK vor Ort (zu finden unter www.ihk.de) sind Anlaufstellen für alle, die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.