Verkehrspolitischer Abend - Perspektiven des Luftverkehrs

  • NRW-Wirtschaft wünscht sich mehr Direktflüge auf der Langstrecke
  • Dezentrale Flughafenstruktur soll intelligenter genutzt werden

Eine bestmögliche Anbindung an das weltweite Luftverkehrsnetz ist für die international verflochtene NRW-Wirtschaft ein zentraler Standortfaktor. Und die Luftverkehrsnachfrage wird weiter wachsen - auch in NRW. Vor diesem Hintergrund benötigt Nordrhein-Westfalen eine intelligentere Vernetzung zwischen den sechs NRW-Verkehrsflughäfen. „Wir müssen die Chancen, die unsere dezentrale Flughafenstruktur in NRW bietet, noch besser nutzen, um an diesem Wachstum und der hiermit verbundenen Wertschöpfung stärker als bisher teilhaben zu können“, so die zentrale Botschaft von IHK NRW-Vizepräsident Andreas Schmitz auf dem diesjährigen Verkehrspolitischen Abend von IHK NRW in Düsseldorf. Insbesondere beim Angebot an direkten Langstreckenverbindungen, so Schmitz, gebe es in NRW noch „Luft nach oben“.

In Gänze trägt die nordrhein-westfälische Wirtschaft 21 Prozent zur Bruttowertschöpfung in ganz Deutschland bei. Der Anteil der an den sechs NRW-Verkehrsflughäfen startenden Passagiere am Fluggastaufkommen aller deutschen Verkehrsflughäfen liegt hingegen nur bei 18 Prozent. „Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, die in NRW bestehende Luftverkehrsnachfrage, insbesondere hinsichtlich der Langstreckenverbindungen stärker als bisher über die NRW-Verkehrsflughäfen abzuwickeln, so die klare Zielvorgabe des IHK NRW-Vizepräsidenten an Landesverkehrsminister Hendrik Wüst. Die anstehende Fortschreibung der NRW-Luftverkehrskonzeption biete die Chance, die wichtige Funktion der kleineren Verkehrsflughäfen für ihre Wirtschaftsregionen zu sichern und gleichzeitig die besonderen Funktionen von Düsseldorf und Köln-Bonn im Bereich der Business- und Langstreckenverbindungen beziehungsweise im Luftfrachtbereich weiter auszubauen, so Schmitz.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst machte deutlich, „dass die Landesregierung sich zur dezentralen Flughafenstruktur bekennt. Die Landesregierung steht zur Vielfalt der Flughäfen im Land. Sie müssen aber im Wettbewerb bestehen. Deshalb haben wir die Unterscheidung zwischen landes- und regionalbedeutsamen Flughäfen in dem Landesentwicklungsplan aufgehoben und damit faire Bedingungen für die Entwicklung kleinerer Flughäfen geschaffen. Wir können aber Airlines nicht vorschreiben, wo sie landen sollen und wir können Passagieren auch nicht diktieren, welchen Flughafen sie bevorzugen“, so der Minister.

IHK NRW-Vizepräsident Schmitz ermutigte Wüst darin, die anstehende Fortschreibung der NRW-Luftverkehrskonzeption zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes NRW weiterzuentwickeln. In Anbetracht des prognostizierten Nachfragewachstums sei es erforderlich, bestehende Restriktionen an den Flughäfen unter Berücksichtigung und im Einklang mit den berechtigten Lärmschutzinteressen der Menschen in den Anliegerkommunen zu überprüfen. Darüber hinaus gelte es, die insgesamt verfügbare Flughafeninfrastruktur in NRW noch intelligenter und vernetzter zu nutzen, um hierdurch ein insgesamt verbessertes Luftverkehrsangebot in NRW – und damit einen Mehrwert für Bevölkerung und Wirtschaft - zu generieren. Zu einer besseren Vernetzung gehöre auch die Verbesserung der Erreichbarkeit der Flughäfen über die Straße und Schiene bzw. dem ÖPNV.

In der abschließenden Podiumsdiskussion der Geschäftsführer der sechs NRW-Verkehrsflughäfen wurden die gemeinsamen, aber auch die unterschiedlichen Herausforderungen und Strategien der NRW-Verkehrsflughäfen deutlich. Einig war man sich insbesondere darin, die wachsende Luftverkehrsnachfrage in NRW so weit wie möglich auch von den NRW-Verkehrsflughäfen zu bedienen. Die Flughafengeschäftsführer setzen hierbei auf die Unterstützung der Landespolitik, im Rahmen der Genehmigungsverfahren und der neuen Luftverkehrskonzeption die hierzu notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.