Zwischenbilanz zur Veranstaltung "Kein Abschluss ohne Anschluss"

• IHK NRW lobt bisherige Aktivitäten im Rahmen des Landesvorhabens "Kein Abschluss ohne Anschluss"
• Bedarf besteht weiterhin im Bereich der Berufsorientierung
• Langer Atem bei der Umsetzung der Maßnahmen gefordert

IHK NRW Präsident Ralf Kersting lobte gestern auf der Veranstaltung des Landes NRW zur Zwischenbilanz von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ die bisherigen gemeinsamen Aktivitäten zur Berufsorientierung der Jugendlichen, forderte aber gleichzeitig eine Intensivierung der Anstrengungen. „Nach wie vor ist das Berufswahlverhalten von Jugendlichen zu eingeschränkt, mehrere hunderte Ausbildungsberufe, in denen es gute Perspektiven gibt, sind weiterhin viel zu wenig bekannt“, so Kersting. Notwendig seien Bildungsinvestitionen in Berufsschulen und mehr Kampagnen, um die duale Ausbildung bei Jugendlichen und ihren Eltern wieder attraktiv zu machen und als gleichwertige Alternative zum Studium zu positionieren.

Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ arbeitet die NRW Landesregierung seit dem Jahr 2011 gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie Wirtschaft, Kommunen, Verbänden und der Agentur für Arbeit daran, allen jungen Menschen nach der Schule möglichst rasch eine Anschlussperspektive für Berufsausbildung oder Studium zu eröffnen. Auf der Veranstaltung gestern in der Stadthalle Düsseldorf zeigt sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zufrieden mit den Umsetzungsprozessen im Rahmen von KAoA.

IHK NRW Präsident Ralf Kersting stellte dar, dass die Wirtschaft mehr als 232.000 Berufsorientierungsplätze in Unternehmen zur Verfügung stelle und eigens Ausbildungsbotschafter in die Schulen entsende. So erhielten Jugendliche einen Einblick in die Vielfalt an Berufsfeldern und können das bisher sehr eingeschränkte Berufswahlverhalten weiten. Unrealistische Vorstellungen des Berufsbildes oder der eigenen Kompetenzen können somit frühzeitig vermieden werden.

Das Hauptproblem seit laut Kersting, dass in den Augen vieler Jugendlicher und ihrer Eltern die duale Ausbildung nicht attraktiv sei. „Dabei sind Studium und Ausbildung schon lange kein Gegeneinander mehr, sondern bieten unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Veranlagungen.“ Gerade an diesem Punkt müsse „Kein Abschluss ohne Anschluss“ in Zukunft verstärkt ansetzen. Aber dennoch dürfe man das Ziel nicht aus den Augen verlieren, zukünftig noch mehr Jugendliche für die duale Ausbildung zu gewinnen, so der Präsident.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.