Unternehmen punkten bei Jugendlichen mit guter Betreuung und gutem Betriebsklima

„Bei Jugendlichen, die sich für eine berufliche Ausbildung interessieren, stehen persönliche Betreuung und ein gutes Betriebsklima ganz oben auf der Wunschliste“, mit diesen Worten fasst Sophia Tiemann, Geschäftsführerin von IHK NRW, das Ergebnis einer Umfrage der 16 nordrhein-westfälischen IHKs in Kooperation mit dem Düsseldorfer Max-Weber-Berufskolleg bei rund 5.000 Schülerinnen und Schülern in NRW zusammen. Für rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler sei danach ein gutes Betriebsklima wichtig, gefolgt von einer möglichst hohen Informationsdichte über das Unternehmen vorab. Dagegen spielten Größe und Bekanntheitsgrad des Betriebes sowie ein eventueller Auslandsaufenthalt während der Ausbildung nur für rund 45 Prozent eine wichtige Rolle. „Das zeigt ganz klar, dass auch kleinere und mittlere Unternehmen gute Chancen haben, Auszubildende für sich zu interessieren, wenn sie ihre Trümpfe richtig ausspielen“, erklärt Tiemann.

Der Studie zufolge sind den befragten Schülerinnen und Schülern folgende Aspekte sehr wichtig beziehungsweise wichtig: positives Image des Betriebes (95 Prozent), Vorab-Kenntnis über das Unternehmen, etwa durch Schülerpraktika (83 Prozent), respektvoller Umgang (98 Prozent) sowie die gute Einbindung in das Mitarbeiterteam (98 Prozent). Dagegen ist die Frage des Gehalts nur für 30 Prozent sehr wichtig und für knapp 52 Prozent wichtig. Eine untergeordnete Rolle spielen für die Wahl eines Ausbildungsplatzes ferner die Größe des Betriebes (für zwölf Prozent sehr wichtig und für 36 Prozent wichtig), der Bekanntheitsgrad des Unternehmens (für neun Prozent sehr wichtig, für 36 Prozent wichtig) sowie dessen internationales Engagement (für zehn Prozent sehr wichtig, für 32 Prozent wichtig). „Auch das stützt unsere These, dass es den Schulabgängerinnen und -abgängern bei der Wahl eines Ausbildungsberufes in erster Linie auf eine gute Betreuung ankommt“, erklärt Norbert Woehlke, stv. Geschäftsführer Berufsbildung/Prüfungen der IHK Düsseldorf. Da sich die Jugendlichen laut Umfrage über Berufe zunächst über das Internet, gefolgt von Eltern, Verwandten, Schule, Arbeitsagentur, Freunde und Zeitungen/Zeitschriften informierten, gelte es, hier anzusetzen. Unternehmen, die sich fragten: „Wie kann ich zukünftig attraktiv für Jugendliche sein?“ und bereits auf ihrer Homepage zielgruppengerecht auf ihre Ausbildungsangebote aufmerksam machen würden, hätten dabei ganz klar die Nase vorn. „Die Studie zeigt, dass Jugendliche bei der Wahl ihres potenziellen Ausbildungsbetriebes möglichst viele Informationen erwarten, um so Vertrauen aufbauen zu können“, so Woehlke.

„Die Ergebnisse unserer Befragung sollen den Unternehmen dabei helfen, sich besser auf die Wünsche ihrer künftigen Auszubildenden vorzubereiten“, erklärt Sophia Tiemann abschließend. Denn der Wettbewerb um den Nachwuchs werde härter. Unternehmen stiegen daher schon sehr früh in die Rekrutierung ein, etwa, um potenzielle Auszubildende bereits während der schulischen Berufsfelderkundungen zu gewinnen. Die IHKs in NRW unterstützten diese und andere Aktivitäten bereits erfolgreich: Von April 2014 bis April 2015 sei die Zahl der bei den Kammern eingetragenen Ausbildungsverhältnisse in Nordrhein-Westfalen um 5,2 Prozent oder 20.968 Stellen gestiegen. Diesem Zuwachs stehe aber eine kontinuierlich abnehmende Zahl von Schulabgängerinnen und -abgängern gegenüber.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.