IHK NRW zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen

IHK NRW begrüßt das Ansinnen der Landesregierung, ihr Handeln am Leitprinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. Nachhaltigkeit im Sinne eines langfristig angelegten verantwortungsbewussten Umgangs mit allen Ressourcen hat seinen Ursprung in der Ökonomie. Heute ist Nachhaltigkeit – nicht nur in der ökonomischen sondern auch in der ökologischen und sozialen Perspektive – ein zentrales Grundprinzip des Wirtschaftens und zugleich Ausdruck des Leitbildes des Ehrbaren Kaufmanns. Daher begrüßen wir besonders, dass sich die Landesregierung zu dem Erhalt und der Stärkung der wirtschaftlichen und industriellen Strukturen unseres Standorts bekennt.

In dem Entwurf der Nachhaltigkeitsstrategie bleiben aus Sicht von IHK NRW aber noch viele Fragen offen - etwa wie mit den Zielkonflikten innerhalb der Strategie umgegangen werden kann. Beispiele hierfür sind der Ausbau der erneuerbaren Energien versus des Erhaltes von Arten und des Schutzes von Lebensräumen. Auch die Sicherung tragfähiger öffentlicher Finanzen steht mit denen an vielen Stellen zum Ausdruck gebrachten Investitions- und Finanzierungsbedarf in Konflikt. Durch die natürliche Messunschärfe wird das vorgeschlagene Indikatorenset diese Zielkonflikte nicht ausräumen können. Auch eignet es sich nur bedingt als Grundlage für die avisierten Nachhaltigkeitschecks.

Aufgrund des klaren Querschnittcharakters und zur Lösung von Zielkonflikten sollte die Strategie aus Sicht von IHK NRW daher statt bei einem einzelnen Ressort eher in der Staatskanzlei angesiedelt sein.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.