IHK-Innovationstag 2015 - Wirtschaft fordert Unterstützung bei der Digitalisierung

Die Digitalisierung revolutioniert viele Wertschöpfungsketten in der Industrie, im Handel und in den Dienstleistungssektoren“, sagte Burkhard Landers und berief sich dabei auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Demnach sehen 94 Prozent aller Unternehmen ihre Geschäfts- und Arbeitsprozesse von der Digitalisierung betroffen. „Wirtschaftswachstum wird zunehmend davon abhängen, dass Unternehmen nicht an bislang bewährten Strategien festhalten, sondern eine strategische Innovationsplanung leisten“, betonte Landers. Dies funktioniere jedoch nicht ohne entsprechende Rahmenbedingungen in den Bereichen „Breitbandinfrastruktur“, „Innovationsförderung“ und „IT-Sicherheit“. Gerade bei dem Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes sei die Wirtschaft auf die Unterstützung der Landesregierung angewiesen.

Der Zusammenschluss der Industrie- und Handelskammern (IHK NRW) hat im Rahmen des „Innovationstages 2015“ bei der Deutschen Telekom AG in Bonn eine neue IHKBroschüre „Digitale Transformation und Industrie 4.0 – Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus NRW zeigen Best-Practice“ an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin überreicht. Anhand von 16 Unternehmensbeispielen wird vorgestellt, wie sich die Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle des industriellen Mittelstandes in NRW auswirkt. Dabei wird deutlich: Ohne einen Breitbandanschluss werden die Unternehmen nicht reagieren können.

„Die Digitalisierung steht für uns in NRW ganz oben auf der Agenda. Wir brauchen Köpfe, Kapital und Kooperation“, erklärte Minister Duin. „Gerade die Kombination unserer starken industriellen Basis mit den Ideen junger, kreativer Start-ups entfaltet eine enorme Innovationskraft.“ Die guten Voraussetzungen in NRW wolle man nutzen, um Vorreiter bei der digitalen Transformation zu sein sowie Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.

„Für einen erfolgreichen digitalen Wandel müssen unsere Unternehmen zunächst für Digitalisierungsprozesse sensibilisiert werden“, sagte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen und industriepolitischer Sprecher von IHK NRW. Dies gelinge sehr gut über Erfolgsbeispiele. Die aktuelle IHK-Broschüre sei eine erste Grundlage, die nun weiterentwickelt werden soll, erklärte Bayer: „Um Innovationen voranzutreiben, bieten die IHKs in NRW gerne ihr Netzwerk an, um die Unternehmerschaft zu informieren, zwischen den Unternehmen zu vermitteln und eine Brücke zur Forschung zu schlagen.“ Rund 120 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren der Einladung von IHK NRW nach Bonn gefolgt, um über das Thema „Wertschöpfung in Zeiten der Digitalisierung“ zu diskutieren. Vertreter aus Wirtschaft und Forschung präsentierten ihre „BestPractice-Beispiele“ und diskutierten die Herausforderungen der digitalen Transformation.