Erster IHK-Fachkräfte-Report: Chancen und Risiken für die Wirtschaft in NRW

Zum ersten Mal hat IHK NRW die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage und der IHK-Ausbildungsumfrage bei mehr als 4 000 Unternehmen zusammengestellt. Mit dem „Fachkräftereport 2013“ liefert IHK NRW Unternehmen und politisch Verantwortlichen eine verlässliche Wissensgrundlage und damit ein wichtiges Instrument für zukunftsorientiertes Handeln. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs für Unternehmen wird immer schwieriger. Dabei sind allerdings die Branchen und Regionen ganz unterschiedlich betroffen: Einige können die demografische Entwicklung durch Zuzug abschwächen, andere haben bereits Engpässe. Bezogen auf ganz NRW haben heute schon Unternehmen in einigen Zweigen mit Fachkräftemangel zu kämpfen, in der Bauwirtschaft etwa oder der Gesundheitswirtschaft. Insgesamt sieht schon mehr als ein Viertel der Unternehmen den Fachkräftemangel als Risiko für seine wirtschaftliche Entwicklung an. Die Unternehmen agieren auf vielfältige Weise, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern: durch mehr Aus- und Weiterbildung etwa, flexible Arbeitszeitmodelle, die Einstellung älterer Arbeitnehmer oder die Förderung der Gesundheit der Belegschaft. Außerdem suchen die Unternehmen früh den Kontakt zu möglichen Bewerbern: durch das Angebot von Praktikumsplätzen, Kooperationen mit Schulen oder ein verbessertes Ausbildungsmarketing. Unternehmen in der Analysephase bietet IHK NRW Hilfestellung. Mit dem Demografierechner NRW können sich Unternehmen Klarheit über die eigene Situation verschaffen. Anhand des Demografierechners lässt sich individuell und einfach für jedes Unternehmen zeigen, wann und in welchen Abteilungen bzw. Berufsgruppen die Altersstruktur zu Problemen führen kann. Hintergrund für die Entwicklung ist der demografische Wandel. Bis 2030 wird das Erwerbs-personenpotenzial um ca. eine Million Personen schrumpfen. Diese Entwicklung schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch. Laut IHK-Fachkräftemonitor werden bereits im Jahr 2020 360 000 Fachkräfte fehlen, 2030 sogar mehr als 750 000, bedingt durch den Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand sowie die anhaltend niedrige Geburtenrate. Dabei machen im Jahre 2030 Akademiker nur rund fünf Prozent des Fachkräfteengpasses aus. Zu mehr als 90 Prozent fehlen beruflich qualifizierte Fachkräfte! Das liegt daran, dass immer mehr Schüler einen Hochschulabschluss anstreben und auch machen. Diese Entwicklung macht es für die Unternehmen schwieriger, Auszubildende zu finden. Und das nicht erst in der Zukunft: Schon heute können 16 Prozent der Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern besetzen.