Außenwirtschaftsreport NRW zeigt Wege aus der Krise – Internationale Lieferketten sind entscheidend

Die wirtschaftliche Anspannung in der Außenwirtschaft verschärft sich trotz der aktuellen Lockerungen in vielen Ländern. Das zeigt der von IHK NRW nun veröffentlichte Außenwirtschaftsreport 2019/2020. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet NRW für März 2020 einen Exportrückgang von 8,4 Prozent und im Import einen Rückgang von 8,2 Prozent (vgl. IT.NRW).

Seit Beginn der Coronakrise kämpfen die exportorientierten Industriebetriebe im betrieblichen Alltag vor allem mit Liefer- und Produktionsausfällen in vielen Weltregionen. Rund jedes vierte Unternehmen berichtet von fehlenden Waren und Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette sowie von logistischen Engpässen (vgl. Blitzumfrage DIHK). Die WTO geht derzeit von einem Einbruch des Welthandels zwischen 13 und 32 Prozent aus.

Es häufen sich Forderungen, zukünftig stärker lokal zu produzieren und internationale Abhängigkeiten zu reduzieren. Doch würde ein Rückfall in Kleinstaaterei die aktuellen Probleme nicht lösen, sondern noch verschärfen: „Der freie Waren-, Personen- und Dienstleistungsverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarkts und die Liberalisierung des Welthandels sind die Grundlagen unseres Wohlstands. Ohne eine enge Abstimmung auf europäischer Ebene wird der Weg aus der Krise nicht gelingen.“, betont Alexander Hoeckle, Fachpolitischer Sprecher Außenwirtschaft für IHK NRW. Lieferketten sind vielfach noch immer unterbrochen, ein reibungsloser Grenzübertritt ist weiterhin nicht überall gewährleistet. Das belastet den Restart – und wird auch noch einige Wochen, wenn nicht Monate Bestand haben. Bei den aktuellen Planungen der EU-Kommission für einen EU-Wiederaufbaufonds ist es aus Sicht der NRW-Wirtschaft daher entscheidend, die Funktionsfähigkeit des EU-Binnenmarkts zu stärken.

Dennoch bringt die Krise auch strukturelle Veränderungen: „Viele Unternehmen haben in der Krise eine enorme Flexibilität an den Tag gelegt und ihre Produktion kurzfristig umgestellt. Auch die Digitalisierung der Prozesse in den Unternehmen hat während der Krise einen Schub bekommen und vielen Unternehmen einen ‚Aha-Effekt‘ beschert.“, so Hoeckle. In NRW begegnen rund 42 Prozent der Unternehmen der Coronakrise mit verstärkter Digitalisierung. „Diese Entwicklungen sollte die Politik unterstützen, neue gesetzliche oder sogar einschränkende Vorgaben wären hier kontraproduktiv.“

Die IHKs in NRW unterstützen Unternehmen mit vielen digitalen Beratungs- und Serviceangeboten zum Import, Export, Zollrecht, Eintritt und Handeln in Auslandsmärkten und bieten dafür zahlreiche Webinare an. Über Tausch- und Kooperations-Plattformen wie Protect X oder TeamTausch können Unternehmen neue Geschäftspartner oder Personal finden.

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Die aktuelle Auswertung von IT.NRW finden Sie hier.

Die Blitzumfrage des DIHK finden Sie hier.