Ausbildungsplatzsituation zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres

• Zahl der Ausbildungsverträge bei den IHKs in NRW leicht gesunken
• Rückgang trotz deutlichem Plus bei angebotenen Ausbildungsplätzen
• Weniger Schulabgänger und Trend zum Studium verschärfen Bewerbermangel

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres am heutigen 1. September verzeichneten die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen insgesamt 63.518 neue Ausbildungsverträge, 43.827 davon im kaufmännischen, 19.691 im gewerblichen Bereich. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sank damit um 1.206 oder rund 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diesem Rückgang gegenüber steht ein Zuwachs der angebotenen Ausbildungsstellen um 2,8 Prozent auf 106.120. Insgesamt blieben 21.749 Stellen unbesetzt. „Die Zahlen in diesem Jahr zeigen, dass die Gefahr eines Fachkräftemangels allmählich sehr real wird“, sagt Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW. „Trotz erheblich gesteigerter Bemühungen der Unternehmen blieben so viele Stellen wie lange nicht mehr unbesetzt. Wir können diese Entwicklung nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten stoppen.“

Besonders viele Stellen blieben in den Ausbildungsberufen Verkäufer/in und Kaufleute im Einzelhandel unbesetzt. Regional gesehen schlossen vor allem Unternehmen im Kammerbezirk Wuppertal/Remscheid/Solingen sowie in Bochum weniger Ausbildungsverhältnisse ab. Die Kammerbezirke Düsseldorf und Aachen dagegen konnten einen Anstieg der Ausbildungsverhältnisse verzeichnen.

Insgesamt sank die Zahl der Bewerber/innen um einen Ausbildungsplatz bei den Agenturen für Arbeit in NRW um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was den Bewerbermangel noch einmal verschärfte. Um hier gegenzusteuern, muss in den Augen von IHK NRW die Attraktivität der dualen Ausbildung in den Augen der Jugendlichen und ihrer Eltern wieder steigen. Eine der Gegenmaßnahmen ist die landesweite Imagekampagne „In drei Jahren Weltklasse“ des Landes NRW und von IHK NRW zur Bewerbung der dualen Ausbildung. „Für Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bieten sich derzeit so große Chancen auf den Traumberuf wie schon lange nicht mehr“, sagt Ralf Mittelstädt. „Und dank der zahlreichen Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten bietet die duale Ausbildung eine solide und verlässliche Plattform für die berufliche Karriere.“

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.