Ausbildungsgipfel der IHK NRW setzt Akzente für berufliche Bildung

Der zweite Bildungskongress der IHK NRW „Zukunftsmodell Berufliche Bildung“ in Nordrhein-Westfalen, der heute in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf stattfand, setzte ein deutliches Zeichen der Unterstützung für die berufliche Ausbildung. „Die berufliche Aus- und Weiterbildung in NRW ist eine Erfolgsgeschichte für Jugendliche wie Unternehmen“, betonte Ralf Kersting, der Präsident von IHK NRW. Allerdings können in immer mehr Regionen in NRW die von den IHK-Unternehmen bereitgestellten Ausbildungsplätze mangels BewerberInnen nicht besetzt werden, während gleichzeitig bundesweit die Anzahl der Neu-Studierenden die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse übersteigt. Mit dem Ausbildungsgipfel setzen IHK NRW und die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen daher einen Kontrapunkt zu den immer noch bestehenden Forderungen nach einer höheren Akademikerquote.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dankte den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen für ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung: „Die IHK NRW gibt mit dem heutigen Bildungskongress genau das richtige Signal: Die berufliche Bildung ist ein Zukunftsmodell!“ Weiter sagte die Ministerpräsidentin: „Ich bin froh, dass wir hier in NRW einen verlässlichen Konsens über die wichtige Rolle der beruflichen Bildung haben.“

In der Diskussion hob Kersting hervor, dass seit dem Jahr 1999 die Anzahl der Auszubildenden in IHK-Berufen in NRW um rund neun Prozent auf gut 68.000 gestiegen sei.

Insgesamt 9.825 Fachkräfte aus NRW wählten im Jahr 2014 einen IHKFortbildungsabschluss für die Fortsetzung ihrer beruflichen Karriere. Mit knapp 59.000 TeilnehmerInnen der Anpassungsweiterbildung sorgten 2014 die Bildungszentren der IHKs in NRW in der Fläche dafür, dass Unternehmen ihre MitarbeiterInnen auf dem erforderlichen Qualifizierungsniveau halten können. Um auch künftig die notwendigen Fachkräfte auszubilden, forderte Kersting, dass die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ auch in Gymnasien und Gesamtschulen für Karrierewege mit beruflicher Bildung und ohne Studium werben solle.

Wie kein anderes Bildungsangebot leistet die berufliche Bildung gesellschaftliche Integration und einen nachhaltigen Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft bekennt sich dazu, Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote gleichermaßen für leistungsstarke wie schwächere BewerberInnen zur Verfügung zu stellen. Von der Landesregierung erwarten die IHK-Unternehmen, dass alle Aktivitäten im allgemein bildenden Schulsystem auf das Erreichen der Ausbildungsreife ausgerichtet werden, damit ein Übergang in das Regelausbildungssystem sichergestellt werden kann.

Die betriebliche Weiterbildung wird von den Unternehmen deutlich ausgeweitet. Die Landesregierung arbeitet mit guten Anreiz- und Fördersystemen in die gleiche Richtung. Nun gilt es, auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu fördern. Hier besteht noch Nachholbedarf bei einem erleichterten Hochschulzugang von beruflich Ausgebildeten wie auch bei der Vernetzung von Hochschulstudiengängen und (IHK-)Weiterbildungsabschlüssen.