Arbeitsminister diskutiert regionale Handlungspläne zum Ausbildungsmarkt in den IHK Bezirken

In neun Kammerbezirken der Industrie- und Handelskammern (IHKs) diskutieren Minister Rainer Schmeltzer und Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer in den kommenden Wochen mit den regionalen Ausbildungskonsensrunden in NRW die vorhandenen Probleme bei der Besetzung noch unbesetzter Ausbildungsstellen auf der einen und der unversorgten Jugendlichen auf der anderen Seite.

Allein 2015 sind insgesamt 6.000 Ausbildungsstellen in NRW trotz erheblicher Anstrengungen der Wirtschaft unbesetzt geblieben. Mit dem Ziel, optimaler auf die lokalen, branchen- und berufsspezifischen Gegebenheiten sowie auf das Angebot an Ausbildungsplatzssuchenden vor Ort reagieren zu können, erarbeiten seit 2015 die Partnern in den regionalen Ausbildungskonsensrunden unter Koordination der IHKs regionale Handlungspläne. Erstmalig ist es 2015 gelungen, den Abwärtstrend bei der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in NRW im Zuständigkeitsbereich der IHKs zu stoppen.

Bei der Analyse der Ausgangslage vor Ort zeigt sich: Es gibt bereits eine Vielzahl an guten Angeboten. Ein Beispiel sind Projekte zur passgenauen Vermittlung junger Menschen in den Ausbildungsmarkt durch die Kammern – doch viel zu wenig Jugendliche nehmen dies in Anspruch. Auch die zahlreichen Ausbildungsplatzangebote im Rahmen der Nachvermittlungsaktionen der Agentur für Arbeit und der IHKs wurden Ende letzten Jahres erneut nur von wenigen Jugendlichen angenommen. „Ein Dilemma für die händeringend nach Auszubildenden suchenden Unternehmen. Wenn es nicht gelingt, die Eigenmotivation von Ausbildungssuchenden zu steigern, bleiben noch so gute Ansätze zur passgenauen Vermittlung in Ausbildung ohne Erfolg“ kommentiert Sophia Tiemann, Geschäftsführerin bei IHK NRW.

In den letzten Jahren haben alle IHKs in NRW ihre Aktivitäten zur Werbung für die berufliche Berufsausbildung in den allgemein bildenden Schulen und bei der Vermittlung von Jugendlichen in die unbesetzten Ausbildungsstellen ihrer Mitgliedsunternehmen deutlich ausgeweitet. Unter anderem konnte die flächendeckende Bereitstellung von Praktikumsplätzen für Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierungsphase im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ erreicht werden. Zudem helfen inzwischen nahezu alle IHKs ihrer Mitgliedsunternehmen, freie Ausbildungsplätze durch gezielte Ansprache von Jugendlichen mit geeigneten Ausbildungsplatzsuchenden zu besetzen.

Eine Hoffnung liegt nun in der Zielgruppe der jungen Flüchtlinge: „Wenn es gelingt diese schnellstmöglich zu integrieren und mithilfe von Sprachkursen zu qualifizieren, können ggf. freie Ausbildungsstellen besetzt werden. Doch auch hier ist das Land gefordert, möglichst schnell und flächendeckend ausreichende Sprachförderangebote mit dem für die duale Ausbildung erforderlichen Abschlusslevel anzubieten“ betont Tiemann.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.