25 % weniger Fachkräfte bis 2030 in NRW

Durch die demografische Entwicklung werden Fachkräfte knapp – nicht immer und überall, aber oft gerade dort, wo Unternehmen sie besonders brauchen. Qualifizierte Arbeitnehmer werden jedoch zur Sicherung des Wachstums des Wirtschaftsstandorts NRW dringend benötigt.

Der IHK-Fachkräftemonitor NRW (kurz FKM) bietet eine gute Informationsbasis für die nordrheinwestfälische Wirtschaft, die Politik und für Jugendliche vor der Berufswahl. Nach einem umfangreichen Update in diesem Jahr liefert das Instrument nun noch aussagekräftigere Vorhersagen. So wurde u.a. eine Anpassung des Renteneintritts auf 63 Jahre mit im Zeitverlauf dynamischen Anstieg auf 65 Jahre bei beruflich Qualifizierten vorgenommen. In das Prognosemodell fließen auch die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammern ein und spiegeln damit die Einschätzungen der Unternehmer vor Ort wider.

„Die aktuellen Datenauswertungen zeigen erneut ein erschreckendes Bild: Bis 2030 wird ein erheblicher Fachkräftemangel in NRW vorherrschen“ kommentiert Sophia Tiemann, Geschäftsführerin bei IHK NRW. „In NRW werden im Jahr 2030 ca. 25 % weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen. Das Fachkräfteangebot wird von derzeit etwa 5.664.000 auf 4.242.000 zurückgehen. Es werden also absolut 571.000 Fachkräfte zu wenig für die Wirtschaft in NRW zur Verfügung stehen.“ Bereits heute fehlen der nordrheinwestfälischen Wirtschaft rund 128.000 Fachkräfte. Wie auch in den Jahren zuvor überwiegt hierbei, mit rund 92.000 Personen, der Bedarf an beruflich Qualifizierten bei rund 36.000 benötigten Akademikern. „Dieser Trend wird sich bis 2030 extrem verstetigen“ kommentiert die Geschäftsführerin. „So werden dann ca. 509.000 Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung fehlen – das macht knapp 90% des Fachkräfteengpasses aus - bei rund 61.000 benötigten Akademikern.“

Diese Entwicklung betrifft nicht alle Branchen und Regionen in NRW gleichermaßen: „Der Bedarf an kaufmännischen Fachkräften wird im Zeitverlauf konstant ansteigen: Während derzeit ein Überschuss von etwa 20.000 herrscht, könnte sich dies voraussichtlich in einen Engpass von 405.000 Personen bzw. 13% entwickeln. Bei den akademischen Fachkräften wird der größte absolute Engpass mit 19.000 Personen (11%) bei den Wirtschaftswissenschaftlern vorzufinden sein.“ „Die aktuelle Flüchtlingswelle hat bis jetzt noch keine Auswirkungen auf die Zahlen des Fachkräftemonitors, da hier noch keine verlässlichen Daten vorliegen, welche in die Prognosen eingearbeitet werden können. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Faktor auf die Entwicklung des Fachkräftebedarfs auswirken wird.“ kommentierte Tiemann abschließend.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.